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Nachrichten Grabsteine stammen vom Alten Jüdischen Friedhof in Hüls
24.08.2017 von Beverly-Hüls

Grabsteine stammen vom Alten Jüdischen Friedhof in Hüls
– Denkmalpfleger Gerd Hanisch konnte Daten einem Gemeindemitglied zu ordnen
Die vor einigen Wochen im Hülser Bruch geborgenen Grabsteine stammen vom
Alten Jüdischen Friedhof an der Klever Straße. Denkmalpfleger Gerd Hanisch von
der Stadt Krefeld konnte anhand von Datumsangaben auf den Steinen einen Gerson
Davids zuordnen. Er gehörte im 19. Jahrhundert zur jüdischen Gemeinde in Hüls.
Andere Inschriftfragmente konnten zwar noch nicht mit anderen Personen in
Verbindung gebracht werden. „Wir gehen aber jetzt davon aus, dass alle Steine vom
Alten Jüdischen Friedhof stammen“, so Hanisch. Untermauert wird dies durch ein
Bruchstück mit den hebräischen Buchstaben „ch“. Dieses gelangte durch den
Grundstückseigentümer im Hülser Bruch bereits vor der Bergung der Grabsteine in
den Besitz von Michael Gilad, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Krefeld. Dieses
Teil stammte von einer Tafel, die in die eigentlichen Grabsteine eingefügt wurden.
Es wurde mit den Grabsteinen auf dem Grundstück gefunden. Die geborgenen
Grabsteine besitzen keine jüdischen Zeichen, so dass deren tatsächliche Herkunft
nur über die Datenabgleichung erfolgen konnte.
Immer noch ungeklärt bleibt die Frage, wann und durch wen die Steine vom Alten
Jüdischen Friedhof in das Bruch transportiert und dort zerstört wurden. Der Friedhof
lag hinter der Bebauung Klever Straße 46-50 und war nur durch eines der dort
stehenden Häuser zu erreichen. Im Jahr 1937 wurden 95 Prozent des Grundstückes
von der Jüdischen Gemeinde Hüls an eben jenen Hauseigentümer verkauft. Hier
sind die genauen Umstände noch nicht erforscht. „Das war ein Zwangsverkauf,
jüdischen Gemeinde verkaufen ihre Friedhöfe nicht“, versichert Gilad. Nach dem
Zweiten Weltkrieg erhielt die Synagogengemeinde einen Grundstücksstreifen
zurück, der Ende der 1960er-Jahre an die Hauseigentümer verkauft wurde.
Hinsichtlich des Abtransportes der Grabsteine existieren nun zwei Aussagen: Sie
wurden noch in der NS-Zeit abgeräumt und teilweise erst nach dem Zweiten
Weltkrieg. „Das konnten wir abschließend nicht klären“, so Hanisch. Er hofft, dass
sich gegebenenfalls ältere Hülser daran erinnern.
Das Gelände des Alten Jüdischen Friedhofes liegt im B-Plangebiet 550, eine
Überbauung ist nicht vorgesehen. Die beiden Eigentümer des Geländes, sind mit
der Eintragung als Bodendenkmal einverstanden. Die vorläufige Eintragung wird in
Kürze erfolgen. Was mit den vorhandenen Grabsteinfragmenten erfolgen soll, muss
noch entschieden werden. Eine Überlegung ist unter anderem eine Platzierung auf
dem Areal des Alten Jüdischen Friedhofs.


 
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